Anzeige SZ

Meine Damen, das sollten Sie lesen. Da atmen Sie schwer beim Lesen. Da wissen Sie erst, was einen Traummann ausmacht. Der Anzeigen-Herr, der sich hier in der Süddeutschen Zeitung auslässt, schwingt derart geschickt mit allen Attributen, die Frauen erwärmen lassen, dass jeder andere Herr neidisch werden muss.

Er insinuiert einen rücksichtsvollen, naturverbunden, dennoch sinnlichen Mann, mit dem man nicht nur Pferde stehlen, sondern sie auch reiten kann. Eigene, natürlich. Und er hält all jene Begriffe hoch, bei denen Frauen ins Schwärmen geraten: Sanftmut Sinnlichkeit Reisen Hotels Berghütten – in Bayern unentbehrlich! – Pferde Kunst Design. Oh mein Gott! Am Besten gefällt mir die Passage: Gemeinsames lustvolles Experimentieren beim Kochen und Gärtnern. Das kann nur aus einem Drehbuch stammen, das für den Sonntagabend im ZDF verfilmt werden soll.

Für die Verfilmung sollte man nur eines nachholen, was der Herr vergessen zu haben scheint; einen Satz nämlich wie diesen: Höchste Reinheit immer dann, wenn wir gemeinsam einkaufen – beide mit Geschmack, und was mir an Sachverstand fehlt, ersetzt meine Platinkarte.

Sprachlich lässt sich an dem Werk nicht viel aussetzen. Ist halt viel Geklingel mit Wörtern. Man lernt prima, wie man etwas sagt ohne wirklich etwas zu sagen. Vor allem aber habe ich eine Vermutung: Der Herr, wenn es denn einer ist, sammelt die Zuschriften und macht daraus eine Satire, ein Buch, ein Drehbuch oder was auch sonst immer.

Echt jedenfalls – dies mein Tipp – ist diese Anzeige nicht; ehrlich gemeint schon gar nicht.

 

1 Kommentar zu "Anzeige SZ"

  1. Meine Güte, da bleiben nicht nur der deutschmeisterei Worte u.Kommentar weg

Einen Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

*Anzeige: Die Seite enthält Links zu mehreren Webseiten, auf denen Sie Bücher bestellen können. Hierbei handelt es sich um Werbung. In eigener Sache zwar, aber Werbung bleibt Werbung, weshalb ich Sie an dieser Stelle darauf hinweise.