Woher kommt das As?

Das ist das Plakat zu dem wunderbaren Film König Dame As Spion. Ich kann den nur empfehlen, auch wenn er in der vergangenen Nacht bei den Oscar-Verleihungen leer ausging.

Mir geht es hier indes weniger um den Film denn um das Plakat und den Titel des Films. König, Dame und Spion lassen sich problemlos vertreten: Die beiden Spiel-Figuren kommen in dem Film vor; und um Spione geht es in diesem Werk (Buch und Produzent: der legendäre John le Carré) sowieso. Inhalt des düsteren Werks: Die echten James Bonds suchen in Zeiten des Kalten Kriegs einen Doppelagenten.

Und das As oder die As oder das As? Die Spielkarte kommt in dem Film nicht vor. Merkwürdig also. Merkwürdig auch, wenn man liest, dass das Werk im englischen Original Tinker Taylor Tailor Soldier Spy, übersetzt: Kesselflicker Schneider Soldat Spion. Da ist im Deutschen vom ursprünglichen Titel nur der Spion geblieben, ein echter John le Carré eben. Und wie Kesselflicker und Schneider in diesen Film kommen, wird nach der Besichtigung des Films mit einem großartigen Gary Goldman und Colin Firth (The King’s Speech) auch nicht klar. Nachtrag, 5. März: Nun wird es klar, wie eine Leserin mir mitteilen lässt: Diese Wortreihe ist die erste Hälfte eines Kinderzählreims, wie „… und Du bist weg!“: „Tinker, tailor, soldier, sailor, rich man, poor man, beggarman, thief!“

Und das As? As ist, ich zitiere den Duden: As, der; -ses, -se [lateinisch as = das Ganze als Einheit; als MüŸnzeinheit eigentlich = viereckiges MetalltŠäfelchen (nach der alten Form der MüŸnze)]. Oder das Zeichen für Arsen oder in der Musik das um einen halben Ton erniedrigte a. As ist aber nicht die Spielkarte. Die wird Ass geschrieben, mit Doppel-S.

Ass hat die Bedeutungen: eine Spielkarte vorbildliche PersonMensch mit herausragenden Leistungen (meist in der Schule, im Sport,) X im Sport, zum Beispiel Tennis: zielgenauer Ball, den der Gegner nicht erreicht.

korrekturen.de, das kenntnisreiche Portal zur Rechtschreibung, führt As/Ass als einen der meistgemachten Fehler auf. Ass hieße es, nicht As. Asser hatte alle vier Asse auf der Hand, Kreuzass / Kreuz-Ass, Pikass / Pik-Ass, Herzass / Herz-Ass und Karoass / Karo-Ass.

Haben wir das also geklärt. Und sagen wir sehr deutlich: Das Plakat zeigt einen Rechtschreibfehler. Der Film beginnt beim Abspielen des Titels mit einem Rechtschreibfehler. Die Rezensoren lassen den Rechtschreibfehler stehen. Er zieht sich durchs Internet und durchs Gedruckte. Der Fehler, As statt Ass, ist derzeit omnipräsent.

Aber wie kommt es zu diesem Fehler? Ich kann es mir nur so erklären: Das Buch von John le Carré erschien in deutscher Fassung 1974 mit dem As im Titel. Damals fehlerfrei. Denn erst mit der jüngsten Rechtschreibreform wurde ein Ass aus dem As. Will man einen eingeführten Titel ändern? Mehr noch: Ist es nicht richtig, den Titel zu lassen in seiner urprüngichen Form, auch wenn er falsch ist? Wenn er heute falsch ist …?

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