Maler, ab ins Atteljé!

Wer mit offenen Augen durch Antalya, eine südtürkische Stadt so groß wie Köln, geht, findet schöne Beispiele, wie Türken mit ihrer Sprache umgehen. Erstes Kennzeichen: Alles ist erlaubt, offene Schlacht der Buchstaben − und jeder versteht es. Ich werde hier in lockerer Folge Beispiele dafür liefern, wie im öffentlichen Raum Sprache behandelt wird.

Hier heißt ein Laden Atelier. Man bastelt am Schmuck, Silber und Gold. Dreisprachig erklärt, Türkisch, Deutsch und Englisch. Keine Probleme damit. Oder wie es Türken sagen würden problem yok.

Aber schauen Sie mal auf das zweite Bild. Es geht wiederum um ein Atelier. Um das zu erkennen, zu lesen, zu begreifen (ich brauchte auch so meine Zeit!), tun Sie am besten das, was die Türken mit ihrer Sprache ebenfalls tun: Lautmalen Sie! Atölye! Das Atölye ist Akademik, weil es hier um Malkurse geht. Um Lautmal-Kurse wahrscheinlich.

Herrlich, sehr herrlich, wie ich finde. Lassen Sie das mal im Deutschen zu: Der Maler geht morgens in sein Atteljé.

Dann erübrigen sich Diskussionen wie diese um die Schreibweise des Berufsstandes, der sich um sprachliche Haarspaltereien dieser Sorte nicht kümmert.

2 Kommentare zu "Maler, ab ins Atteljé!"

  1. Auch in der Schweiz gibt es sprachkreative Leute. Während man – wie heute auch noch in vielen anderen Ländern üblich, etwa der Türkei – auch in Deutschland hinging und Fremdwörter wie „price“ pder „strike“ beherzt in Preis oder Streik eindeutschte und damit in die Deutsche Sprache erfolgreich integrierte, liest man heute in deutschen (und schweizerischen) Schaufenstern plötzlich wieder von „nice price“ und anderem Schwachsinn.

    Da tun die Redaktionsrichtlinien der viersprachigen Internet-Publikation (je nach Sprachgebiet berichtet die Internetzeitung in Deutsch, Französisch, Italienisch und Rhätoromanisch, bzw. in mehrsprachigen Gebieten in mehreren Sprachen…) richtig gut: http://polizeibericht.ch/ger_details_26035/Redaktionsrichtlinien_Rechtschreibung_Mehrsprachigkeit_Schweizerdeutsch_Denglisch_und_anderes.html

    Man liest also Patrullje der Pnö etc.

    • Oh, das lese ich doch gerne! Schön ist auf der schweizerische Ausdruck Deuglisch für Deutsch-Englisch. Aber: Das Wort Streik ist kein reindeutsches Wort. Streik kommt directement vom englischen to strike.

Einen Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

*Anzeige: Die Seite enthält Links zu mehreren Webseiten, auf denen Sie Bücher bestellen können. Hierbei handelt es sich um Werbung. In eigener Sache zwar, aber Werbung bleibt Werbung, weshalb ich Sie an dieser Stelle darauf hinweise.