Nachts vor Robert’s Gärtla

140227_Biergärtla

Gestern Abend war schon ziemlich spät, als ich die Kleinkunstbühne, gut gespeist habend, verließ. Die Qualität des Bildes aus dem iPhone mögen Sie entschuldigen. Aber mir fiel dieses Schild auf – und ich konnte nicht umhin …

Die Ausdrucksweise ist typisch fürs Fränkische. Der Franke hält gern ein -la an Nomen; ich nenne dies einmal das fränkische Diminutiv, die Verkleinerungsform. Ich finde das nett. So nett, dass ich beinahe gewillt bin, den typischen Genitiv, der Robert ziert, zu übersehen. Nahm es wahr, knipste – und macht mich auf in mein Bettla.

Dennoch schauen wir uns doch bitte mal das Wort gepflegt an. Gepflegte Biere. Ich weiß nicht, was das ist. Wie kann ein Bier gepflegt sein? Steht dort die Blume anders auf dem Gesöff als bei anderen Bieren? Hat sich der Kellner vorher intensiver gewaschen? Kann der Brauer, ohne sich verkleiden zu müssen, am Wiener Hofball teilnehmen?

Gleichwohl gibt es den Ausdruck Wir gehen mal gepflegt ein Bier trinken. Aber das Adverb gepflegt in diesem Satz bezieht sich nicht auf die Qualität des Bieres – ist also kein Adjektiv, sondern eben ein Adverb – und beschreibt die Art und Weise, in der sich zwei zum Bier treffen wollen: gewaschen, gekämmt und manikürt. Das ist etwas gänzlich anderes.

Zu dieser Verwirrung passt auch der Spruch des Brauers Zirndorfer, den sie Sie links sehen: Das fröhliche Bier vom Land. Wie kann ein Bier fröhlich sein? Ein Bier kann vielleicht fröhlich machen. Fragen über Fragen.

Und mit denen lasse ich Sie ins Wochenende. Auf dass es ein fröhliches werde … und der HSV die Bremer vom Platz jage …

PS. Für alle geplagten Bremer, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, die mit dem Begriff Brotzeit nichts anfangen können. Zur bayerischen Brotzeit gehört nicht nur Brot; Brot ist nicht mal zwingend. Es kann auch eine knackfrische Brezn sein. Der Begriff Brotzeit steht für alle Zwischenmahlzeiten. Weißwürste sind eine so typische oder ein Leberkäs …

2 Kommentare zu "Nachts vor Robert’s Gärtla"

  1. Wo bleiben die Bemerkungen zum Deppen-Apostroph
    (oder wenigstens ein Verweis)?

    Gruß
    Printenkacker

  2. Lieber Printenkacker (habe ich jemals diesen Namen gelobt?),

    ich meinte, dies getan zu haben durch den zugegeben gelinden Hinweis „So nett, dass ich beinahe gewillt bin, den typischen Genitiv, der Robert ziert, zu übersehen.“ Aber ja, dieser Genitiv, der Deppen-Apostroph, ist ein Schlag aufs Auge, auch nachts 😉

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