Die Sache mit der Apposition

Manchmal ist das mit dem Deutschen sehr einfach. In diesem Fall zum Beispiel. Sie sehen den Ausriss aus dem Weltnetz-Auftritt der Süddeutschen Zeitung von gestern. Es geht um die Folgen dieses unsäglichen Mohammend-Films, der Teile der Welt in Brand zu stecken droht.

Ich habe Ihnen den inkriminierten Satz gemarkert. Schauen Sie sich daraus bitte mal den Satzteil nach Nakoula an, jaja, jetzt betreiben wir ein wenig Grammatik: … einem …. koptischen Christen …, einen Satz in Kommata, eine Apposition. Eine Apposition haben wir dann, wenn wir einem Wort eine Erläuterung apponieren, anheften.

Die Apposition richtet sich nach dem Wort, das es erklärt. Oder, wie es der Duden feiner ausdrückt: Unter Apposition (Beisatz) versteht man ein substantivisches Attribut, das mit seinem Bezugsausdruck (Substantiv, Pronomen, Nominalgruppe) in der Regel in Hinsicht auf Genus, Numerus und Kasus kongruiert (Kongruenz). Eine Apposition kann unmittelbar bei ihrem Bezugsausdruck stehen (sie kann ihm dabei als sogenannte enge Apposition vor- oder nachgestellt sein), sie kann aber auch dem Bezugsausdruck als Nachtrag folgen und wird dann durch Komma abgetrennt.

Ich habe in diesem Zitat die entscheidenden Begriffe gefettet: in Hinsicht auf Genus, Numerus und Kasus kongruiert … Muss also passen, die Apposition, sie muss kongruieren mit dem Bezugswort. Das Bezugswort in der Süddeutschen heißt … des Filmemachers, ein Genitiv. Also muss die Appositon ebenfalls im Genitiv stehen: … eines 55 Jahren alten koptischen Christen … 

Alles klar?

Noch nicht ganz? Dann blicken Sie doch bitte mal in den zweiten Absatz dieses Textes. Da habe ich sehr geschickt eine etwas kompliziertere Apposition eingebaut. Ich zitiere mich: Schauen Sie sich daraus bitte mal den Satzteil nach Nakoula an, jaja, jetzt betreiben wir ein wenig Grammatik: … einem …. koptischen Christen …, einen Satz in Kommata, eine Apposition. Der Satzteil  einen Satz in Kommata … ist ebenfalls eine Apposition, die indes nicht direkt an ihrem Bezugswort klemmt. Das Bezugswort lautet  … den Satzteil nach Nakoula .., und das ist ein Akkusativ, und daher muss die Apposition ebenfalls im Akkusativ stehen: einen Satz in Kommata. Nun wird es klarer …

 

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