Komma rettet Leben, Teil 2

Für die bewegende Frage, ob Satzzeichen Leben retten können, gab es bislang ein einziges, einprägsames, wirklich umwerfendes Beispiel. Ich habe es auch in diesem kleinen, feinen Tagebuch schon einmal erwähnt. Es ging um den Opa, der in der einen Variante Kannibalismus zum Opfer fiel, in der anderen zur Mahlzeit gerufen wurde. Dieses Beispiel ist aus dem Jahr 2012, steinzeitlich im digitalen Zeitalter. ω Klicken Sie hier.

Nun hat der Bayerische Rundfunk (Quelle: mein Twitter-Bändchen) in seiner Ausgabe BR24 nachgelegt. Einen lieben Gruß nach München. Die Kollegen von der Pressestelle beschreiben eine Ansicht der Kommissionspräsidentin mit einem einzigen Aufhänger-Satz.

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Da haben wir den Salat, da haben wir die Malaise, da haben wir die tödliche Falle.

Wir stellen glasklar zwei Fragen. Erstens: Warum steht da kein Komma, es muss eines dahin. Und zweitens: Wo bitte muss das Komma stehen?

Den Rest können Sie sich denken. Sie sind ja geschulte Leser meiner täglichen Ergüsse zur deutschen Sprache. Oder soll ich es Ihnen noch einmal aufschreiben?

Gut, überredet. Ich schreibe nur die Variante auf, die wahrscheinlich tödlich endet.

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Als geschulter Wirologe rate ich Ihnen dringend, die andere Variante zu wählen. Die können Sie sich aber selbst basteln.

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