Wie mega ist eigentlich „mega“?

Heißassa, wie kleinlich wir sein können, wenn wir uns gegen Anglizismen sperren. In loser Abfolge stelle ich immer wieder Wörter vor, die längst einen deutschen Pass besitzen oder ihn beantragt haben. Oder gar aus anderen Sprachen wie Latein, Griechisch, Ungarisch, Französisch oder dem Welschem, Gaunerischem, Slawischen oder Arabischen stammen. Darauf mit Verve (frz) einen Kaffee (arab), auf dass die Tolpatscherei (ungar) einer allzu stoischen (griech) Unruhe in der Defensive (lat) weltfremder Sprachwehrler stoppen (von stopfen, germ) möge. 

mega (steht nie allein, undefinierbare Wortart, wohl ein Adverb mit Tendenz zur Vorsilbigkeit) kommt aus dem Griechischen wie viele deutsche Wörter, heißt dort groß und hat sich unter den Jungen megamäßig (Übersetzung hier: rapide, kommt übrigens aus dem Lateinischen) entwickelt: Ein Satz wie … die sind ja so mega die Bonzen… meint hier, dass jemand in der Gesellschaft einflußreich ist wie ein Bonze (stammt aus dem Japanischen, übrigens). Wird korrekt adverbial mit Wort-Binder gebraucht: mega-cool, mega-beschäftigt, mega-geil, mega-out, und niemand weiß, ob man das nicht alles zusammenschreiben muss, weil das Wort gedruckt fast nur in Facebook (kommt später dran) – und damit vom langsamen Duden-Wörter-Greif unbeaufsichtigt – vorkommt, und Facebook wiederum keine Regeln kennt außer dieser: Gib mega-viel von dir preis!

Bleibt die Mega-Ahnung, dass mega angekommen ist im Deutschen, auch wenn der Duden das Wort nur in Verbindungen mit anderen zulässt: als mega-out/in, megacool, als Megahit. Ob ich nun mit einem Blumenstrauß samt Duden und Mega(!)phon als (übersetzt: beides Griechisch:) Groß-Laut-Sprech dastehe und das Wort begrüße? Ach, geh!


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