Ohne ein pures Wort!

Wer meine Freude an der merkwürdigen Verwendung des Wortes pur kennt, weiß diesen Fund zu schätzen. Aber erst einmal lenke ich ab. Beginn der Werbung für diese Duden-Edition. Ich bin im Besitz einiger der Werke aus dieser sehr schön gestalteten Duden-Ausgaben. Ich finde sie sehr gelungen, handlich, und – ich gebe zu es zu: – ich bin einer von denen, die ein solches Büchlein auch als Reiselektüre einpacken. Schwöre ich bei anderer Literatur auf die digitalisierte Form, die ich auf den Kindle laden kann, so machen mir solche Nachschlagewerke einfach Freude. Ich arbeite darin mit einem Marker und farbigen Post-its*Ende der Werbung für diese Duden-Edition!

Ich habe zwar schon erwähnt (in diesem Knupf* die Fußnote lesen, bitte), dass der Duden das Wort pur als nachgestelltes Adjektiv zulässt – etwa, wenn es um Whisky pur geht. Aber dass das gängigste deutsche Sprachwerk bei der eigenen Werbung auf diese unsittliche Form nicht verzichtet, wundert mich doch sehr. Da hat die Marketingabteilung wieder an der Redaktion vorbeigeschludert. Oder sie merken es nicht einmal mehr …

Oder ich bin zu streng.
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Non scholae … Unterm Strich was fürs Leben
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Sie haben es verdient, dass ich die Verwendung von Anglizismen in der Deutschmeisterei begründe. Beim ersten Nachdenken fand ich kann wirklich guten Begriff für diese kleinen klebehaftenden, bunten Notizzettel. Post-its sind einfach Post-its, und sie stehen auch so im Duden. Nun gut, das heißt nichts, weil im Duden viele Begriffe stehen, die man nicht verwenden sollte. Dann flog es mich an, dass Post-its® ein Markenname sei wie iPad, WindowsUhu oder Tesa, dessen Einsatz unbedenklich ist. Fand aber keinen Hinweis auf ein ®-Zeichen. Der Anglizismenindex, dieses verdienstvolle Sammelwerk, führt Haftnotiz für Post-its ein – finde ich prima für die klebehaftenden, bunten Notizzettel. Und dann noch Klebezettel oder Haftie, wie es in Wikipedia steht.
** In der September-Ausgabe des Deutschen Sprachkompasses, den ich ebenso verantworte wie die Deutschmeisterei, habe ich mich mit der Notwendigkeit befasst, neue deutsche Wörter zu finden für die englischen. Ich halte den Ausdruck Knupf für das englische Link für wunderbar. Das Wort Verknüpfung steckt darin und es geschafft ein neues Wort, das ebenso kurz ist wie Link. Ich habe mir angewöhnt, es zu verwenden.

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