Vom Pech verfolgt

Da hat aber einer Pech, wenn er in dieser Straße wohnt. Und da hat einer nicht verstanden, was ich vor ein paar Tagen über die Bindestrichlein, die unerlässlichen, geschrieben habe. Zum Nachlesen steht alles hier. Kurzfassung: Eigennamen müssen mit Bindestrichen gekoppelt werden, wenn sie durch ein Nomen ergänzt werden: Robert-Schumann-Saal – Theodor-Heuß-Brücke – deutschmeisterei.de-Blog – Annegret-Kramp-Karrenbauer-Wahlsieg – Joachim-Gauck-Lebensgefährtin.

Georg Münkler, Leser dieses kleinen, feinen Blog*, macht mit einem Bild, für das ich ihm sehr danke, klar, warum das so sein sollte; ich darf ihn zitieren: Ich habe Ihnen mal ein klassisches Beispiel der „modernen“ Schreibweise eines Straßennamens beigefügt. Das Schild entdeckte ich 2011 im Urlaub in Sankt Johann im Pongau im österreichischen Bundesland Salzburg. Das Straßenschild ist hier scheinbar zu einem übergroßen Namensschild für einen Klingeltaster mutiert. Es handelt sich eigentlich um die „Ingenieur-Ludwig-Pech-Straße“. Hier heißt der Mann mit Nachnamen aber nicht Pech, sondern Pechstraße! Das müsste nach meiner Überzeugung doch irgendwie auch dem dümmsten Straßenschild-Hersteller komisch vorkommen, aber anscheinend gilt auch hier: „Augen zu und durch!“ So weit die Georg-Münkler-Anmerkung (!) zu seinem Bild, der nichts hinzuzufügen ist.

Ich ergänze dennoch: In der Pechstraße will wohl niemand wohnen. Und: Gebt den Namen Platz. Sonst haben wir erst den Bertolt Brechtweg oder den Bertolt-Brechtweg und dann den Bertoldbrechtweg,  der auf den Johannwolfgangvongoetheplatz mündet.
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Non scholae … Unterm Strich was fürs Leben
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Muss da nicht ein Genitiv stehen? … Leser dieses kleinen, feinen Blogs? Machen Sie das, es ist nicht falsch, … des blogs… zu schreiben. Ausdrücke aus dem Englischen dürfen durchaus mit einem Genitiv-S  versehen werden: die Abschrift dieses Interviews – die Opfer des Kidnappings; Zitat aus dem Duden: Ich  bedauerte, dass man vergessen hatte, mir dort Verhaltungsmaßregeln im Falle eines komfortablen Kidnappings zu geben (Habe, Namen 229). Einerseits. Andererseits neige ich dazu, den englischen Wörtern den deutschen Genitiv zu verweigern, den sie ja im Englischen auch nicht haben. … the readers of the blog – the victim of the kidnapping. Ich lasse das Genitiv-S also meistens weg bei Wörtern, die sich noch nicht komplett im Deutschen eingenistet haben. Das Wort  das/der Blog gehört dazu; das Wort steht für weB LOG, für das Tagebuch im Internet. Noch einmal der Duden: Web|log [auch: ‚wblg], das, auch: der; -s, -s [englisch weblog, zusammengezogen aus: web (Web) und logbook = Logbuch]. Wie Sie an der Buchstabenfolge -s, -s erkennen, empfiehlt der Duden sowohl für die Genitivbildung als auch für die Pluralbildung die S. Ich empfehle etwas anderes.

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