Bärige Werbung

Ich verabschiede mich mit einem kleinen Ärgernis ins Wochenende. Es geht um die Seite nordbayern.de, den Netzauftritt der lokalen Zeitungen Nürnberger Nachrichten und Nürnberger Zeitung hier in Franken. Die haben eine Pressemitteilung der Haribos gelesen und sich eilfertig daran gemacht, der eigenen Anzeigenabteilung das Wasser abzugraben. Die Haribos, bekannt für ihre nach angelterrischer Manier betexteten Tüten mit buntem Schleckzeug, ω hatten wir hier.

Lesen wir doch mal …

Der Süßwarenhersteller Haribo erfüllt Kunden jetzt einen langersehnten Wunsch und bietet Packungen mit jeweils nur einer Farbe an.

Erstens sind die Packungen alle golden. Nur der Inhalt, der gemeine Gummibär, gleicht seinem Packungs-Compagnon in der Farbe.

Zweitens darf so etwas keine redaktionelle Meldung sein. Bei allen Goldbären der Welt, wen interessiert das wirklich?

Drittens empört mich ebenfalls der erste Satz: Jeder habe wohl seinen Favoriten, wenn es um die Gummis geht. Das hat mit Journalismus nichts zu tun. Und ist wohl nur belegbar über Studien genannte Werbeblättlein der Haribos selbst.

Viertens stört mich auch der Satz mit dem langersehnten Wunsch. Da liest man dies: Hunderttausende von Kunden haben Haribo die Bären-Hölle heiß gemacht. Gebt uns endlich unsere Lieblingsfarbbären in einer Tüte! Mit Verlaub, das ist frisch aus der Werbeabteilung des Ladens, das stimmt nimmernicht.

Fünftens stelle ich mir vor, ich wäre so der Chef-Anzeigenverkäufer von nordbayern.de. Ich würde noch mehr zürnen – Geschäft entgangen. Haribo hat die Botschaft verbreitet, redaktionell statt mit einer Anzeige, also ohne jeden Gegenwert.

Na ja, vielleicht gab es fünf Tüten. Roter Bären. Die wünsche ich Ihnen fürs Wochenende.

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