Sorgfalt vs. Sorgenfalte …

Ja, ich gebe es ja zu, ich gehöre zu der Sorte Meckerer, die nie im Leben im Glashaus einen Stein aufheben sollten. Zu oft habe ich mich hier vertan, zu oft habe ich auch kleinere Fehler gemacht, lässliche, verzeihliche. Und so will ich mal ganz persönlich beginnen und sagen, dass die Dokumentation, auf die die Zeit hier in eigener Sache hinweist, wirklich sehenswert ist. Für den Weg in die Mediathek der ARD klicken ω Sie hier.

Die Zeit korrigiert einen Fehler, den die Abteilung Service des Blattes wohl gemacht hat, als es darum ging, auf die Sendung hinzuweisen. Hannah Barlach, Mitarbeiterin im Zeit-Leserservice, schreibt ihren Lesern:

Bei unseren hohen Ansprüchen an die inhaltliche Qualität des ZEIT Briefs ist uns dieser Fehler, trotz aller Sorgfalt nicht rechtzeitig aufgefallen.

Das ist schön, das lobe ich mir, das versuche ich auch immer wieder: nicht darum rumreden, sondern um Nachsicht bitten für die eigene Unzulänglichkeit. Gut gemacht!

Und dann hätte man dieses Brieflein auch noch der Zeit-Korrektur vorlegen können. Die hätten wahrscheinlich gemerkt, dass in diesem Satz ein Komma-Fehler steckt. In meiner Zeit als Chefredakteur in Hamburg habe ich mit Mitarbeitern aus der Korrektur der Zeit gearbeitet. Die waren richtig gut ausgebildet. Oder wie wir Kaffeetrinker auch sagen: allererste Sahne.

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Natürlich darf die Zeit Komma-Fehler machen, sie darf in jeder Ausgabe zwanzig Komma-Fehler haben. Das führt nur dazu, dass Leser sagen: Schau mal, nun auch die Zeit, die gute, die war doch immer so sorgfältig. Nun schreibt sie mir Sorgenfalten auf die Stirn.

Aber in diesem einen, in diesem speziellen Fall …

Sie haben längst begriffen, um was es geht: Entweder wir rüschen die Phrase trotz aller Sorgfalt als Appposition auf. Dann bedarf es eines Kommas nach Sorgfalt. Oder wir nehmen diese Phrase einfach gelassen hin. Dann ist aber das Komma vor trotz falsch. Es unterbricht eine einfachen Satz.

Wollte ja nur mal sagen …

________________________________
In eigener Sache … Unterm Strich was übers Ende
Ich habe die deutschmeisterei.de am ω 29. Juli 2011 gestartet. Am 29. Juli dieses Jahres wird sie also zehn Jahre alt. Sie wird nicht zehn Jahre und einen Tag alt. Ich werde am 29. Juli 2021 aufhören, dieses Tagebuch zu schreiben. Meine innere kleine Uhr sagt mir, dass alles gesagt worden ist. Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, jeweils am 29. eines Monats darauf hinzuweisen. Bis mir einfiel, dass es ja keinen 29. Februar gibt. Mache ich es also heute.

5 Kommentare zu "Sorgfalt vs. Sorgenfalte …"

  1. Elfriede Hartmann | 22. Februar 2021 um 11:34 | Antworten

    Ich habe noch etwas: ….uns diesen Fehler nachzusehen (kein Komma)

  2. Ich finde es sehr schade, dass Sie demnächst aufhören wollen…
    Ihr Tagebuch, das ich leider noch nicht sehr lange kenne, hat mir wirklich gut gefallen.

    Würde der Versuch denn etwas nützen, Ihnen das Vorhaben auszureden?

    Peter

    • Nein, Herr Horak, aber danke für die Blumen, für den Strauß an Floralem, um ehrlich zu sein. Ein Leben, in dem nicht wochentags um 11 regelmäßig etwas von mir öffentlich sichtbar sein muss, hat sicherlich auch etwas Feines. Und für weniger gezwungene Formen (mal so alle drei Tage // wenn mir was einfällt // in Not // am Mittwoch vor runden Geburtstagen eines Kabinettsmitglieds) habe ich zu wenig Disziplin. Ich brauche die Kandare.

Einen Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

*Anzeige: Die Seite enthält Links zu mehreren Webseiten, auf denen Sie Bücher bestellen können. Hierbei handelt es sich um Werbung. In eigener Sache zwar, aber Werbung bleibt Werbung, weshalb ich Sie an dieser Stelle darauf hinweise.